Tim Leberecht: "Der Begriff des 'Sozialen' wird sich wandeln"
Um nicht nur in der digitalen Gesellschaft anzukommen, sondern sie auch mit zu prägen, müssen sich Politk und Bürger Deutschlands entscheidend verändern. Die von Newsweek jüngst festgestellte deutsche “Technophobie” muss einer technologie-freundlicheren Haltung weichen, die begreift, dass Deutschland schon längst ein Global Village ist. Für die Mehrheit der Generation Y sind geografische und nationale Grenzen obsolet, und Konzepte wie Privatsphäre lediglich ein Feature von Self-Branding und Reputationsmanagement.
Der Staat sollt sich als Impulsgeber sehen für bürgerliches Engagement, als Inkubator für Social und Political Entrepreneurship. Initiativen wie Obama’s Office for Social Innovation in den USA würden auch Deutschland gut zu Gesicht stehen, und die Nutzung von Sozial Media zur Bürgerbindung und Förderung von Sozialkapital betreibt ja sogar schon der Vatikan – nicht aber die deutsche Politik. Hier und in anderen Bereichen scheint mir die deutsche Gesellschaft weiter als die deutsche Politik, die deutlich aufholen muss.
Tim Leberecht packt im zweiten Teil des Textes, den er für Markus Albers’ neues Buch ‘Meconomy’ geschrieben hat, die dicken Statements aus.